Smarte WLAN – Geräte

Smarte WLAN – Geräte

Es gibt inzwischen eine große Vielzahl von ihnen: Smarte WLAN – Geräte. Smarte LED-Birnen, fertige WLAN Stehlampen oder Nachttischlampen, WLAN – Schalter, Steckdosen von unzähligen (meist chinesischen) Herstellern überschwemmen den Markt zu einem relativ günstigen Preis.

Kann man diese Geräte problemlos einsetzen? Was sind die Risiken? Gibt es Alternativen?

Fazit

WLAN – Geräte sollte man möglichst vermeiden, da diese das Hausnetz kompromittieren. Besser ist es man setzt trotz höherem Preis auf alternative Geräte mit ZigBee oder BidCos Funk-Standard um die Sicherheit, Funktionalität und niedrige Kosten zu wahren.

Wie funktionieren Smarte WLAN – Geräte?

Egal ob Lampe, Birne, Schalter oder Steckdose – das Prinzip ist immer das Selbe:

Ein Gerät mit einem kleinen Computer und WLAN – Chip schaltet etwas, das kann ein LED oder auch ein Strom-Relais sein. Der Schaltimpuls kommt von dem kleinen Computer. Ja, die Glühbirne hat einen kleinen Computer, auf dem ein Betriebssystem (in der Regel Linux) läuft, das hochgefahren wird, wenn Strom vorhanden ist. Also, dieser Comupter schaltet das LED oder das Relais. Die Steuerbefehle bekommt der Computer von dem WLAN – Chip, über eine definierte (und im idealfall dokumentierte) Schnittstelle. Die Schnittstelle kommuniziert mit einem Server im Internet, auf dem über einen Benutzeraccount zwischen App auf dem Smartphone und dem WLAN – Gerät vermittelt wird.

Der Weg des Schaltbefehls ist also:
Smartphone App -> Server -> WLAN – Gerät

Die App ist von dem Hersteller des WLAN – Gerätes für seine Geräte programmiert. Das heißt, daß man pro Hersteller eine eigene App braucht.

Zusätzlich gibt es heutzutage meistens auch einen Skill für Amazons Alexa um dann über Echo (Dot) die Geräte auch steuern zu können.

Kritikpunkte

Bei WLAN – Geräten gibt es einige Kritikpunkte, wegen denen man diese Geräte aus meiner Sicht am Besten vermeidet. Grob will ich diese Kritikpunkte hier erläutern.

Sicherheitsbedenken

WLAN Birne
WLAN – Birne

Hier ist ein unbekanntes Gerät im Hausnetz. Ein Gerät ohne Bildschirm, von dem man nicht weiß, was es macht. Unauffällig hängt es an der Decke oder der Wand oder steht in einer Ecke und macht seine Arbeit. Aber was macht es außerdem? Theoretisch (und erwiesenermaßen in einigen Fällen auch in der Praxis) kann dieses Gerät alles mitschneiden, was im Hausnetz geschieht und auf die Server des Herstellers übertragen. Das Gerät kann auch eine sogenannte „Man in the middle“ – Attacke fahren, das heißt, es stellt sich zwischen das Smartphone/den Computer und das Ziel (z.B. Facebook, Twitter, das Online-Banking, Amazon, Ebay) und läßt alles über sich laufen. Es kann z.B. beim Online-Banking anhängen „und überweise 10.000 Euro an folgendes Konto“ oder bei Amazon ergänzen „und kaufe folgende Sachen und schicke sie an XYZ“.
Der Server kann, sofern die Software des Gerätes das zuläßt (was ja in der Hand des Herstellers liegt), sogar über das Gerät selbst in dem Netzwerk arbeiten und hier das Gerät als Plattform von der aus er arbeitet verwenden.

Wichtig ist hier zu beachten, daß ausländische Gerätehersteller nicht an die EU-Gesetze gebunden sind und hier Datenschutz oft sehr anders definiert ist. Gerade in China ist hier sehr viel erlaubt, was bei uns verboten ist. Und der Standort des Servers regelt, welches Gesetz angewandt wird.

Funktionalitätseinschränkungen

Hier gibt es zwei Punkte, die zu beachten sind. Einmal betrifft es die Leistung des Hausnetzes, einmal die Leistung des Gerätes selbst.

Performance des Hausnetzes

Wie Du vielleicht bereits im Artikel „LAN vs. W-LAN vs. P-LAN“ gelesen hast, ist die Leistung des WLANs umso schlechter, je mehr Geräte im WLAN sind. Die Gesamtübertragungsrate des WLANs geteilt durch die Anzahl der Geräte gibt die Datenübertragunsrate. Dabei

WLAN - Schalter
WLAN – Schalter

geht es im Wesentlichen nach verbundenen Geräten und nicht nach der tatsächlichen Datennutzung (Gute Router können die Bandbreite je nach genutzter Datenmenge verschieben, aber die Auswirkungen sind nicht so groß).

Wenn Du jetzt ein WLAN mit 660Mbit/s an Netto Datenübertragungsrate hast und Du hast 2 Smartphones in Deinem Haushalt, dann sind 330Mbit/s Übertragungsrate möglich. Hat man jetzt allein im Wohnzimmer eine Deckenleuchte mit 6 Smarten WLAN-Birnen, 2 Lichtschalter (man will ja beim Eingang und hinter der Couch schalten) und 2 Steckdosen sind das allein schon 10 Geräte. Plus die 2 Smartphones von vorhin, dann hat man 12 Geräte und damit eine Übertragunsrate von 55Mbit/s pro Gerät.

Dabei reden wir noch nicht davon, daß man das gesamte Haus mit solchen WLAN-Birnen und Schaltern ausstattet.

Man sieht hier also: Die Übertragunsrate des Hausnetzes wird hier schnell drastisch reduziert und Übertragung von Filmen, Webseiten, etc. auf den anderen Geräten kann sehr schnell eingeschränkt und unzuverlässig werden.

Ausfall der Cloud

Smarte WLAN – Geräte (und manch andere Geräte) arbeiten fast ausschließlich über die Cloud (Ja, man kann bei manchen eine eigene

WLAN - Plug
WLAN – Steckdose

Firmware aufspielen und diese dann ohne Cloud lokal betreiben, aber das ist nur was für Profis und nicht jeder will das tun, das funktioniert auch nicht bei allen Geräten).

Was heißt das? Das Steuersignal vom Smartphone verläßt das Heimnetz und landet auf dem Server des Geräteherstellers. Dort wird die Authentifizierung gemacht und das Steuersignal landet dann bei dem WLAN – Gerät, das an diesem Server lauscht, ob es etwas Neues gibt.

Meistens funktioniert dies ganz gut. Das Problem entsteht dann, wenn der Router kaputt geht und daher kein WLAN mehr funktioniert. Es entsteht auch dann, wenn der Internetprovider eine Störung hat und man keine Internetverbindung mehr hat. Das Problem entsteht auch dann, wenn der Server des Geräteanbieters gehackt wird, ausfällt oder der Gerätehersteller abschaltet, weil er pleite ist oder eine auf eine neue Gerätegeneration umschaltet.

Wichtig ist hier zu beachten, daß ausländische Gerätehersteller nicht an die EU-Gesetze gebunden sind und hier Verfügbarkeiten nach Einstellen des Produktes nicht so lange gegeben sein müssen.

Kosten

WLAN – Geräte brauchen gegenüber anderen Smart-Geräten viel mehr Strom. Das ist technisch bedingt. Während Protokolle wie Zigbee und BidCos auf Gerätekommunikation und schnelle, energiesparende maschinell lesbare Datenübertragung ausgelegt sind, ist WLAN für große Datenmengen für Menschen aufbereitet ausgelegt. WLAN – Geräte können bis zu 3W im StandBy brauchen. Hier geht es nicht um horrende Summen, aber mit der Anzahl der Geräte kommt über das Jahr schon etwas zusammen.

Als Beispiel hier mal die Unterschiede zu Geräten mit Zigbee oder BidCos als Funkstandard. Der Anteil des Gateways ist hier nicht einberechnet, aber wie man in der Tabelle sieht, verbraucht der Betrieb eines Gateways mit Gerät weniger Strom, als nur das WLAN – Gerät. Als Strompreis habe ich einmal 0,12 Euro angekommen, das entspricht der Vergütung meiner Solaranlage, und einmal 0,3 Euro als Strompreis der Grundversorger.

GerätStromverbrauch StandbykWh pro JahrPreis pro Jahr bei 12 CentPreis pro Jahr bei 30 Cent
WLAN - Gerät3W26,28kWh3,15 Euro7,88 Euro
Osram Smart+ E270,3W2,63kWh0,32 Euro0,79 Euro
Osram Smart Plug0,4W3,50kWh0,42 Euro1,05 Euro
Homematic Schaltsteckdose0,2W1,75kWh0,21 Euro0.53 Euro
Homematic Zentrale1,7W14,89kWh1,79 Euro4,47 Euro
Osram Gateway1,3W11,39kWh1,37 Euro3,42 Euro
Stromverbrauch von Smarten Geräten

Meine Empfehlung

Kauft keine WLAN – Geräte. Die Nachteile überwiegen den niedrigeren Preis. Stattdessen nehmt lieber andere Geräte, die auf den Funkprotokollen von Zigbee oder BidCos basieren. Ein paar Empfehlungen gebe ich euch im Folgenden. Die hier aufgeführten Links sind Affiliate Links, falls Du darüber bestellst bekomme ich ein paar Cent für die Vermittlung und Du hilfst so, den Betrieb dieses Blogs zu finanzieren. Für Dich entstehen dadurch keine Mehrkosten. Affiliate Links kennzeichne ich mit (*).

Osram Lightify Produkte

Bei Osram Lightify findest Du gute, hochwertige Produkte zu relativ günstigem Preis. Lampen und Steckdosen sind auch mit Phillips Hue kompatibel, bei Schaltern gibt es öfters Probleme.

Die Produkte von Osram Lightify findest Du hier(*).

Phillips Hue Produkte

Osram Lightify und Phillips Hue sind direkte Konkurrenten und aus meiner Sicht ähnlich gut. Phillips Hue hat eine bessere App, Osram Lightify dafür die günstigeren Preise.

Produkte von Phillips Hue findest Du hier(*).

Homematic

Homematic hat weniger mit Beleuchtung zu tun, hier hat man einen Spezialisten für Hausautomation, mit dessen Zentrale viel machbar ist. Gerade im Zusammenspiel mit Osram Lightify und Phillips Hue entsteht so ein sehr rundes Smart Home, doch dazu schreibe ich ein anderes mal einen Artikel.

Produkte von Homematic findest Du hier(*).

Affiliate Links

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Strider777
  • Strider777
  • Geboren 1977 war schon immer Technik eine seiner größten Leidenschaften.
    Stark prägend war hier "Knight Rider", mit dem autonom fahrenden, sprechenden Auto und "Star Trek", wo mit dem Computer gesprochen wurde und dieser auch noch tat was man wollte.
    Er ist seit 2009 verheiratet und seine Frau und die 4 Kinder sind seine noch gößere Leidenschaft als die Technik.

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